Mehr von dem was gut tut

Wir rennen durch den Tag, arbeiten meist von morgens früh bis spät in den Nachmittag oder Abend. Tun dabei häufig Dinge, die nicht von uns selbst bestimmt und ausgesucht sind, aber getan werden müssen. Manche Dinge bereiten einem im Idealfall Freude, einige Dinge auch nicht. Und nein, es geht nicht darum, dass ein Tag von morgens bis abends nur mit den tollsten Dingen gefüllt sein muss.

Aber wie sieht häufig ein „normaler“ Tag aus?
Noch schnell etwas erledigen. Noch schnell ein Telefonat führen. Noch schnell einen Bericht zu Ende schreiben. Noch schnell einkaufen gehen. Noch schnell das Kind aus dem Kindergarten abholen. Noch schnell die Wäsche waschen und schnell etwas in der Küche zaubern. Noch schnell, schnell.

Am Abend, nach einem schnell, schnell Tag, fragt man sich dann das eine oder andere Mal, was man eigentlich so den ganzen Tag über gemacht hat. Und ob es ein guter oder schlechter Tag war. Fragen, wie: Habe ich an diesem Tag irgendetwas erlebt, was mir gefallen und sich einfach nur gut angefühlt hat? Etwas wobei und wonach ich mich zufrieden und vielleicht sogar richtig glücklich gefühlt habe? Irgendetwas, was ich nur für mich gemacht habe? Kommen dir solche Fragen und Gedanken bekannt vor? Falls du dir diese Fragen schon länger nicht mehr gestellt haben solltest, tue es jetzt. Nimm dir dazu ein, zwei Minuten, oder auch gerne länger, Zeit und denke darüber nach.

Doch warum sollten wir nicht die Wochentage an uns vorbeirauschen lassen, uns immer nur zum nächsten Wochenende retten und vom geplanten lang ersehnten Urlaub träumen? Weil dein Leben jetzt stattfindet. In jedem Moment.
Am Ende deines Lebens wird nicht das eine große tolle Erlebnis die Zufriedenheit in dir auslösen, dein Leben nach deinen Vorstellungen gelebt zu haben. Es werden die vielen kleinen Lebensmomente eines jeden Tages sein, die sich gepaart mit herausstechenden Erlebnissen und Begegnungen, zum großen Ganzen zusammenfügen.

Doch im Gehetze und Trott des Alltags, gehen diese Dinge häufig unter. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Ich empfehle dir ein Blatt und einen Stift zu schnappen oder die Notizenapp in deinem Handy zu öffnen. Nehme dir nun einen Moment Zeit, vielleicht magst du dich kurz zurücklehnen, die Augen schließen und tief ein und auszuatmen. Versuche dir deine letzten Tage ins Gedächtnis zu rufen. Stelle dir folgende Fragen und schau einfach mal neugierig hin, was dir dazu als Erstes in den Kopf kommt.

Wann habe ich den letzten drei, vier Tagen ein positives, entspanntes Gefühl empfunden?
Wie habe ich mich da genau gefühlt?
Was habe ich in diesen Momenten getan bzw. erlebt?
Wo habe ich diesen Moment erleben dürfen?
War ich alleine oder war noch jemand bei mir? Wenn ja, wer?
Was hat diesen Moment so schön und einzigartig gemacht?

Schreibe einfach alle Momente auf, wie sie dir in den Sinn kommen. Dir fällt „nur“ einer ein? Wunderbar, völlig ausreichend! Oder vielleicht fällt dir auch gar kein Moment ein? Kann passieren! Versuche ein bisschen tiefer in die Vergangenheit zurückzugehen. Oder überlege dir, wann das letzte Mal ein Moment ein bisschen besser war, als die meisten anderen. Was, wie, wo war da genau?

Falls du eine Liste von schönen Momenten vor dir liegen haben solltest, ordne die einzelnen Momente bzw. dazugehören Aktivitäten/Dinge zwei Kategorien zu. Kategorie A – kann ich jeden Tag zu jeder Zeit machen (z.B. Cappuccino im Lieblingscafé) und Kategorie B – sind eher die Ausnahme (z.B. Thermenbesuch mit dem Lieblingsmenschen).

Jetzt hast du eine Liste dir gut tuender Dinge und Aktivitäten vor dir liegen, die dir schöne Lebensmomente bescheren können.
In der Theorie wunderbar, aber entscheidend ist nun, wie du einzelne Momente in deinen Alltag einbinden kannst.

Schaue dir dafür einen typischen Alltag an, falls es sowas bei dir gibt. Oder schaue dir anhand eines Kalenders mal eine ganze Woche an.
Wann wären Zeitfenster, auch wenn es nur 5 min sind, in denen du dir Zeit für dich und das Erleben kleiner schöner Lebensmomente einrichten kannst? Dies muss nicht fest geplant und in Stein gemeißelt sein.

Ich empfehle dir aber für jeden Tag eine Sache von deiner Liste herauszusuchen und diese an diesem Tag umzusetzen. Überlege dir morgens, bevor du z.B. das Haus verlässt, was und wann du heute von deiner Liste erleben möchtest. Deine Liste wird sich wahrscheinlich mit der Zeit verändern. Nehme neue Dinge auf, streiche vielleicht andere weg. Bleibe neugierig und offen für neue Momente, die in dir ein positives Gefühl hervorrufen.

Stelle dir auch die Frage, an welchen Tagen es für dich besonders wichtig wäre, einen schönen Moment zu erleben (z.B. an besonders langen, anstrengenden Arbeitstagen, aufwühlenden Gesprächen oder extremer Alltags-Hetzerei).

Zur Gedächtnisstütze und Inspiration kannst du dir deine Liste an deinen Kühlschrank hängen oder Ort, der häufig in deinem Blickfeld ist. Als zusätzliche Stütze für unterwegs, sich selbst immer wieder an das Erleben schöner Momente zu erinnern, kann auch eine Erinnerungsfunktion in deinem Handy sein.

Aber ganz wichtig: mache dir bitte keinen Stress, wenn du mal einen oder auch mehrere Tage erlebst, an denen du keinen Gedanken an deine Liste aufbringen kannst, geschweige denn etwas umsetzt. Am nächsten Tag klappt es bestimmt besser.

Sammle nach deinen Möglichkeiten und deiner Muße schöne Lebensmomente, die sich zu deinem wunderbaren Leben zusammenfügen werden.

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