Energieräuber & Energiespender

Reduziere deine Energieräuber und stärke deine Energiespender

Energieräuber unterschiedlichster Couleur begleiten uns durch den Tag. Manche sind direkt und unmittelbar spürbar. Wir fühlen uns danach müde und ausgelaugt. Bei anderen dagegen ist es eher ein schleichender Prozess und wir spüren erst später, dass wir zu viel Energie verloren haben. 

Durch was, wen oder wie wir Energie verlieren ist dabei so individuell wie jeder Mensch selbst. 

Ich möchte dich einladen anhand einer Übung für dich selbst herauszufinden:

(1.) welche kleinen und auch größeren Energieräuber dich über deinen Tag hinweg begleiten und dir deine Energie rauben
sowie
(2.) durch welche Energiespender deine Akkus wieder aufgeladen werden können.

Nehme dir für diese Übung dein Bullet Journal und einen Stift oder worauf auch immer du gerne deine Notizen machst.

Energieräuber 

Stelle dir als erstes folgende Frage: Was ist das Thema, mit dem du dich gedanklich und emotional in den letzten Tagen/Wochen am meisten beschäftigt hast? 

Male dir ein gefülltes Wasserglas auf. Das Wasser darin ist deine Lebensenergie, die dir jeden Tag zur Verfügung steht. Wie viel Energie brauchst du (in %) für dein Thema? Und welche Energieräuber bündeln die restlichen Kapazitäten? Zeichne die jeweiligen Prozente in das Wasserglas ein oder markiere die jeweiligen Bereiche farbig – deiner Kreativität ist da keine Grenze gesetzt. Schreibe dir zu jedem einzelnen Bereich deinen Energieräuber erst einmal stichpunktartig mit einem Oberbegriff auf. 

Schau dir jeden einzelnen Bereich des Wasserglases an. Was ist dein jeweiliger Energieräuber? Was, wer, wie, wo – beansprucht in dem Bereich deine Kraft? Bist du in dem Bereich emotional geschafft, lassen deine Gedanken den Bereich nicht los oder fühlst du dich richtig körperlich gefordert? Schreibe dir die einzelnen Punkte zu jedem Bereich in der Form auf, wie es zu dir passt.

Wenn du möchtest, kannst du nun deine drei wichtigsten Erkenntnisse aus der Abbildung aufschreiben, um dir selbst einen besseren Überblick zu geben. 

Energiespender 

Im zweiten Teil der Übung konzentrieren wir uns nun auf deine Energiespender. Energiespender – gemeint sind nicht nur die Power-Snacks für zwischendurch – sondern Menschen, Tiere, Dinge, Orte, Situationen und Momente, die dir helfen deine Akkus wieder aufzuladen. Das kann duftender Kaffee morgens im Bett sein; eine herzliche Umarmung; ein Spaziergang an deinem Lieblingsort; Sport treiben; Singen und Tanzen; wertschätzende Worte und gute Gespräche; kurz Augen zu und atmen; Meditieren und Yoga; das Gesicht in die Sonne halten … und und und … 

Mache deine Augen auf und schau mal ganz genau hin, was dir ermöglicht wieder mehr in deine Kraft zu kommen und deine Energie aufzuladen.

Komme nun deinen ganz persönlichen Energiespendern etwas genauer auf die Spur. Male dir erneut ein Wasserglas auf. Das Wasserglas als Symbol für die Energie, die dir täglich zur Verfügung steht. 

Stelle dir dazu folgende Fragen: Welches Maß an täglicher Lebensenergie (in %) möchtest du in deine jeweiligen Lebensbereiche investieren? Wieviel Kapazität deiner Energie bist du bereit in die Bereiche der bisherigen Energieräuber zu stecken? Gibt es noch einen neuen (Lebens-)Bereich, den du gerne in deinem Leben integrieren möchtest? Schau dir jeden einzelnen Bereich an und überlege dir mögliche Energiespender, die deine Energie wieder aufladen könnten. Wie kannst du diese Energiespender in deinem Leben etablieren?

Überlege dir nun wie du vom aktuellen energieräuberischen Ist-Zustand zu dem von dir gewünschten Soll-Zustand gelangen kannst. 

Was müsste verändert werden, sowohl gedanklich als auch praktisch, um deine Lebensenergie bewusster in die dir wichtigen Bereiche stecken zu können? Wie kannst du es schaffen weniger Energie in die dir nicht wichtigen oder ungeliebten Bereiche zu investieren? Was kannst du konkret verändern? 

Schreibe dir zu jedem Bereich oder wenn du möchtest jetzt erst einmal zu dem stärksten Energieräuber 1,2,3 konkrete Punkte auf, mit welchen Veränderungen und konkreten Energiespendern du deinem Wunsch-Zustand etwas näher kommen kannst.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Umsetzen! Denn sich theoretisch damit zu beschäftigen reicht nicht – also ab in die Praxis und ausprobieren! 

Freundliche Grüße, Verena

Mehr von dem was gut tut

Wir rennen durch den Tag, arbeiten meist von morgens früh bis spät in den Nachmittag oder Abend. Tun dabei häufig Dinge, die nicht von uns selbst bestimmt und ausgesucht sind, aber getan werden müssen. Manche Dinge bereiten einem im Idealfall Freude, einige Dinge auch nicht. Und nein, es geht nicht darum, dass ein Tag von morgens bis abends nur mit den tollsten Dingen gefüllt sein muss.

Aber wie sieht häufig ein „normaler“ Tag aus?
Noch schnell etwas erledigen. Noch schnell ein Telefonat führen. Noch schnell einen Bericht zu Ende schreiben. Noch schnell einkaufen gehen. Noch schnell das Kind aus dem Kindergarten abholen. Noch schnell die Wäsche waschen und schnell etwas in der Küche zaubern. Noch schnell, schnell.

Am Abend, nach einem schnell, schnell Tag, fragt man sich dann das eine oder andere Mal, was man eigentlich so den ganzen Tag über gemacht hat. Und ob es ein guter oder schlechter Tag war. Fragen, wie: Habe ich an diesem Tag irgendetwas erlebt, was mir gefallen und sich einfach nur gut angefühlt hat? Etwas wobei und wonach ich mich zufrieden und vielleicht sogar richtig glücklich gefühlt habe? Irgendetwas, was ich nur für mich gemacht habe? Kommen dir solche Fragen und Gedanken bekannt vor? Falls du dir diese Fragen schon länger nicht mehr gestellt haben solltest, tue es jetzt. Nimm dir dazu ein, zwei Minuten, oder auch gerne länger, Zeit und denke darüber nach.

Doch warum sollten wir nicht die Wochentage an uns vorbeirauschen lassen, uns immer nur zum nächsten Wochenende retten und vom geplanten lang ersehnten Urlaub träumen? Weil dein Leben jetzt stattfindet. In jedem Moment.
Am Ende deines Lebens wird nicht das eine große tolle Erlebnis die Zufriedenheit in dir auslösen, dein Leben nach deinen Vorstellungen gelebt zu haben. Es werden die vielen kleinen Lebensmomente eines jeden Tages sein, die sich gepaart mit herausstechenden Erlebnissen und Begegnungen, zum großen Ganzen zusammenfügen.

Doch im Gehetze und Trott des Alltags, gehen diese Dinge häufig unter. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Ich empfehle dir ein Blatt und einen Stift zu schnappen oder die Notizenapp in deinem Handy zu öffnen. Nehme dir nun einen Moment Zeit, vielleicht magst du dich kurz zurücklehnen, die Augen schließen und tief ein und auszuatmen. Versuche dir deine letzten Tage ins Gedächtnis zu rufen. Stelle dir folgende Fragen und schau einfach mal neugierig hin, was dir dazu als Erstes in den Kopf kommt.

Wann habe ich den letzten drei, vier Tagen ein positives, entspanntes Gefühl empfunden?
Wie habe ich mich da genau gefühlt?
Was habe ich in diesen Momenten getan bzw. erlebt?
Wo habe ich diesen Moment erleben dürfen?
War ich alleine oder war noch jemand bei mir? Wenn ja, wer?
Was hat diesen Moment so schön und einzigartig gemacht?

Schreibe einfach alle Momente auf, wie sie dir in den Sinn kommen. Dir fällt „nur“ einer ein? Wunderbar, völlig ausreichend! Oder vielleicht fällt dir auch gar kein Moment ein? Kann passieren! Versuche ein bisschen tiefer in die Vergangenheit zurückzugehen. Oder überlege dir, wann das letzte Mal ein Moment ein bisschen besser war, als die meisten anderen. Was, wie, wo war da genau?

Falls du eine Liste von schönen Momenten vor dir liegen haben solltest, ordne die einzelnen Momente bzw. dazugehören Aktivitäten/Dinge zwei Kategorien zu. Kategorie A – kann ich jeden Tag zu jeder Zeit machen (z.B. Cappuccino im Lieblingscafé) und Kategorie B – sind eher die Ausnahme (z.B. Thermenbesuch mit dem Lieblingsmenschen).

Jetzt hast du eine Liste dir gut tuender Dinge und Aktivitäten vor dir liegen, die dir schöne Lebensmomente bescheren können.
In der Theorie wunderbar, aber entscheidend ist nun, wie du einzelne Momente in deinen Alltag einbinden kannst.

Schaue dir dafür einen typischen Alltag an, falls es sowas bei dir gibt. Oder schaue dir anhand eines Kalenders mal eine ganze Woche an.
Wann wären Zeitfenster, auch wenn es nur 5 min sind, in denen du dir Zeit für dich und das Erleben kleiner schöner Lebensmomente einrichten kannst? Dies muss nicht fest geplant und in Stein gemeißelt sein.

Ich empfehle dir aber für jeden Tag eine Sache von deiner Liste herauszusuchen und diese an diesem Tag umzusetzen. Überlege dir morgens, bevor du z.B. das Haus verlässt, was und wann du heute von deiner Liste erleben möchtest. Deine Liste wird sich wahrscheinlich mit der Zeit verändern. Nehme neue Dinge auf, streiche vielleicht andere weg. Bleibe neugierig und offen für neue Momente, die in dir ein positives Gefühl hervorrufen.

Stelle dir auch die Frage, an welchen Tagen es für dich besonders wichtig wäre, einen schönen Moment zu erleben (z.B. an besonders langen, anstrengenden Arbeitstagen, aufwühlenden Gesprächen oder extremer Alltags-Hetzerei).

Zur Gedächtnisstütze und Inspiration kannst du dir deine Liste an deinen Kühlschrank hängen oder Ort, der häufig in deinem Blickfeld ist. Als zusätzliche Stütze für unterwegs, sich selbst immer wieder an das Erleben schöner Momente zu erinnern, kann auch eine Erinnerungsfunktion in deinem Handy sein.

Aber ganz wichtig: mache dir bitte keinen Stress, wenn du mal einen oder auch mehrere Tage erlebst, an denen du keinen Gedanken an deine Liste aufbringen kannst, geschweige denn etwas umsetzt. Am nächsten Tag klappt es bestimmt besser.

Sammle nach deinen Möglichkeiten und deiner Muße schöne Lebensmomente, die sich zu deinem wunderbaren Leben zusammenfügen werden.

5 Übungen, die dein Gedankenkarussell anhalten können

Das Gedankenkarussell (Synonyme: Gedanken kreisen, Grübeln) – beschreibt einen Zustand, der häufig eintritt, wenn wir etwas zur Ruhe kommen und die Gedanken einfach nicht aufhören wollen sich zu drehen.

Vielleicht kennst du Gedanken an …
… eine ewig lange ToDo-Liste.
… an ein anstehendes Gespräch, welches du bereits in deinem Kopf vorsprichst.
… an eine erlebte Situation, die du immer wieder gedanklich durchspielst.

Gedanken, die dich innerlich aufwühlen, dich ablenken oder dir sogar den Schlaf rauben.

Was du tun kannst, um dein Gedankenkarussell anzuhalten:

(1.) Gedanken aufschreiben

Nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift und schreibe die Gedanken, die dich nicht mehr loslassen wollen, auf. Schreibe einfach darauf los. Es soll kein Aufsatz werden und du musst es niemandem zeigen – also versuche dein Geschriebenes nicht zu bewerten. Wahrscheinlich werden es gar nicht so viele verschiedene Gedanken sein. Falls doch, versuche die Gedanken zu einzelnen Themen zu clustern und finde Überbegriffe. Pick dir dann erst einmal das Thema heraus, zu dem entweder die meisten Gedanken da sind oder welches dich am meisten belastet. Stell dir dazu dann zwei Fragen und versuche möglichst konkrete Antworten zu finden: WAS könntest du tun, damit sich deine Gedanken ein bisschen weniger um das Thema drehen und WIE könntest du dies konkret umsetzen?

Wenn du dich stattdessen fragen würdest, warum du ständig an xy (setze dein Thema ein) denken musst, werden sich deine Gedanken sehr wahrscheinlich einfach weiter drehen. Weil du weder Dinge der Vergangenheit verändern, noch Zukunftssorgen beeinflussen kannst. Und meist drehen sich Grübeleien um das was war oder das, was wir befürchten, was kommt.

Frage dich also was und wie du deine jetzige Situation, bezogen auf dein Grübel-Thema, beeinflussen kannst. Und damit einen kleinen Schritt in eine für dich bessere Richtung gehen kannst.

(2.) Gedanken-Stop Methode

Die Gedanken-Stop Methode kommt ursprünglich aus der Verhaltenstherapie und beinhaltet, deine Gedanken durch ein bewusst gesetztes Stop!, zu unterbrechen.
Wenn dein Gedankenkarussell also im vollen Gange ist, kannst du dir innerlich oder aber auch tatsächlich laut STOP! sagen. Dies gerne auch in Verbindung mit einem äußeren Reiz, wie z.B. einer Berührung am Handgelenk bzw. an einer Stelle deiner Wahl. Über das Stop und die Berührung setzt du dir selbst bewusst einen Impuls, der den Kreislauf der Gedanken kurz unterbrechen kann. Direkt nach dem Stop kannst du dir ein inneres Bild in den Kopf rufen, welches für dich stark positiv besetzt ist. Ich würde dir empfehlen, dir in einem entspannten Moment mal einige schöne innere Bilder vorzustellen. Also z.B. die Erinnerung an einen glücklichen Moment mit deinem Partner/ deiner Partnerin oder Familie. Oder an eine Situation in der du einfach wahnsinnig viel Spaß hattest. Versuche dir den Moment möglichst über all deine Sinne bewusst zu machen. Was hast du gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, gefühlt? Meist ist ein Sinneskanal besonders ausgeprägt bei Erinnerungen. Nimm einfach die Eindrücke, die dir am nächsten und stärksten sind. Verweile einen Moment in dem Zustand. Jedes Mal, wenn die Gedanken wieder anfangen sollten sich zu drehen, beginnst du von neuem. Innerlich oder laut Stop! und direkt den Fokus richten auf das positive innere Bild!

(3.) Bewusstes Atmen

Ein wirkungsvolles Tool, welches du immer und zu jeder Zeit dabei hast, ist dein Atem. Lenke also bewusst deinen Fokus von deinen Gedanken auf deine Atmung. Dabei kannst du dein Ein- und Ausatmen innerlich mitsprechen (z.B. EIN für Einatmen und AUS für Ausatmen) oder du zählst deine einzelnen Atemzüge. Versuche dabei immer tiefer in deinen Bauch zu atmen. Um dies für dich etwas spürbarer zu machen, kannst du eine Hand flach auf deinen unteren Bauch legen und spüren, wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt.

(4.) Bewegung (an der frischen Luft)

Wenn du keine Lust hast auf der rein mentalen Ebene zu bleiben, gehe raus an die frische Luft! Gehe ein bisschen spazieren, walken oder joggen. Spazierengehen oder joggen sind nicht dein Ding? Tanzen, Fitness Studio oder Schwimmen aber schon? Wunderbar! Gehe in die Bewegung, die dir guttut! Und manchmal kann auch einfach Musik hören und laut mitsingen helfen, die Gedanken für einen Moment zu stoppen und in einen positiveren Gefühlszustand zurückzukehren.

(5.) Meditation

Langfristig kann ein wunderbares Hilfsmittel gegen regelmäßiges Gedankenchaos und Grübeleien Meditation sein. Ein, zwei, drei Minuten „einfach“ gar nicht denken, fühlt sich wundervoll und befreiend an. Probiere es aus! Stell dir dazu einen Handywecker oder nutze eine Meditationsapp (ich nutze seit Jahren Insight Timer und bin sehr zufrieden). Konzentriere dich am Anfang ganz bewusst auf deinen Atem. Zähle deinen Atem innerlich mit oder sage dir innerlich, wie weiter oben bereits beschrieben, EIN beim Einatmen und AUS beim Ausatmen. Es ist völlig normal, dass am Anfang Gedanken immer wieder in deinen Fokus drängen. Du kannst dir dann vorstellen, wie deine Gedanken wie Wolken am Himmel vorbeiziehen. Damit Meditation die volle Kraft entfalten kann und dadurch dein Gedankenkarussell zunehmend zum Stillstand kommen kann, ist regelmäßiges Üben wichtig.

Wenn sich dein Gedankenkarussell das nächste Mal beginnt zu drehen, probiere die Übung(en) einfach mal aus. Wähle dazu als Erstes die Übung, die dich spontan anspricht und dir guttun könnte. Alles, was ich dir hier vorschlage, sind Ideen und mögliche Wege. Nichts muss streng nach Schema durchgeführt werden. Schaue einfach, was sich für dich in dem Moment gut und richtig anfühlt. Woran du das merkst?! Das ist natürlich bei jedem anders. Probiere etwas aus und beobachte dich, ob sich zum Beispiel irgendetwas anders (schlechter / besser) anfühlt als vorher. Bei mir ist es z.B. ein leichtes Ziehen im Brust-Bauchbereich, wenn etwas nicht so für mich passt.

Falls sich dein Gedankenkarussell gar nicht mehr beruhigen will oder der Karussellwächter komplett abhandengekommen ist, dann vereinbare gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir! Wir können dann gemeinsam schauen, wie wir das Ding gestoppt bekommen!